Aufgabe
Köln steht nicht nur vor der Aufgabe, neue Flächen zu entwickeln, sondern vor allem davor, den bestehenden Gewerbebestand intelligent weiterzubauen. Gerade die heterogenen, oft untergenutzten Hallen- und Gewerbebauten im Gebiet Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld bieten die Chance, durch Umnutzung und Umbau zu tragenden Bausteinen einer gemischten, urbanen Stadtlandschaft zu werden.
Im Mittelpunkt der Entwurfsaufgabe steht die Transformation eines bestehenden Gewerbegebäudes in einen Nutzungshybrid aus Wohnen und Gewerbe: Es geht darum, aus der Struktur heraus zu entwerfen. Zu untersuchen ist, was das Tragwerk und das vorhandene Skelett eines Hauses aus sich heraus leisten können – welche Lasten, Infrastruktur und Funktionen sie aufnehmen und welche Funktionen wie Erschließung, Temperaturzonierungen, Klimapuffer intelligent durch neue, komplementäre Struktur übernommen werden können.
Ein auf das zum Leben Notwendige begrenzte Wohnnukleus soll durch zusätzlichen Lebensraum erweitert werden: über Schwellenräume, Pufferzonen, Schalträume, Wintergärten, Gewächshäuser, Energiegärten, Balkone, Laubengänge und andere „günstige“ private und öffentliche Räume, die sich an die Bestandsstruktur andocken. Zentrales Thema ist die Vielfalt im System: Welche Räume braucht es wirklich, welche können weggelassen werden, um Klarheit und Robustheit zu gewinnen? Die Aufgabe zielt damit auf eine skelettartige, hoch-elementierte Bestandsstruktur, die Umbau, Teilrückbau, Wiederverwendung von Bauteilen und langfristige Wandelbarkeit ermöglicht – und über ihre räumlichen Zwischenzonen ein qualitätvolles neben- und miteinander von Arbeiten und Wohnen organisiert.